Ich habe jahrelang zu viel gemacht — und stand schlechter da als mit einem ETF

Ein ETF Sparplan hätte mehr gebracht. Das war mein ehrlichster Moment als Investor.

Ergebnis heute: rund 350.000 €. Aus 126.000 € eingezahlt.

Mein erster Gedanke danach war: „Krass. Ich habe soviel Aufwand die letzten Jahre betrieben — und stehe schlechter da.“

Das war ein ehrlicher Moment. Und er hat wehgetan.


Was ich alles gemacht habe

Ich habe nicht geschlafen. Ich habe Stunden in Recherche investiert. Ich habe ein System gebaut.

Einzelaktien — ausgesucht, analysiert, beobachtet. Altcoins — gekauft, getauscht, verloren. Einen Trading-Bot für Krypto gebaut — BTC, ETH, SOL, Margin-Trading, RSI-Strategien, Momentum-Breakouts, 270 Paper-Trades, wochenlange Optimierung. Limit-Orders gesetzt. Rebalancing gemacht. Quartalsberichte gelesen.

Das Ergebnis nach all dem Aufwand?

Campbell’s Soup: −47,7 %. Nike: −40,6 %. Mid-America Apartments: −26,6 %. Mondelez: −12,6 %. Der Trading-Bot: nach hunderten von Trades negativ. Die Altcoin-Experimente: größtenteils weg.

Nicht weil ich dumm bin. Sondern weil aktives Investieren für die meisten Menschen nicht funktioniert — egal wie viel Zeit sie reinstecken.


Was ein simpler ETF-Sparplan gemacht hätte

Nasdaq-100, 1.000 € pro Monat, seit Januar 2015. Kein Aufwand. Keine Recherche. Kein Beobachten.

Eingezahlt: ~126.000 €. Depot heute: ~350.000 €. Gewinn: fast das 2,8-fache.

2022 gab es einen Einbruch von −32 %. Wer da aufgehört hätte zu investieren oder verkauft hätte, hätte den Anstieg von +55 % im Jahr 2023 verpasst. Wer einfach weiter gezahlt hat — hat heute 350.000 €.

Kein Bot. Kein Research. Kein Stress. Einfach Dauerauftrag einrichten und vergessen.


Die bittere Wahrheit über aktives Investieren

Aktives Investieren fühlt sich produktiv an. Du machst etwas. Du bist dabei. Du hast das Gefühl die Kontrolle zu haben.

Aber Gefühl ist nicht Ergebnis.

Studien zeigen immer wieder: über 90 % der aktiv verwalteten Fonds schlagen ihren Vergleichsindex langfristig nicht. Für Privatanleger ist die Quote noch schlechter — weil wir zusätzlich Transaktionskosten, Steuern und emotionale Entscheidungen haben.

Der Markt ist nicht dumm. Er preist Informationen schneller ein als du sie verarbeiten kannst. Jede Aktie die du für unterbewertet hältst — hunderte Profis haben sie bereits analysiert. Meistens haben die recht. Meistens nicht du.


Warum ich trotzdem nicht alles in einen ETF stecke

Hier kommt der Haken — und er ist wichtig.

Ein Nasdaq-ETF gibt dir Wachstum. Aber keinen Cashflow.

Mein Ziel ist finanzielle Freiheit. Nicht durch Verkaufen — sondern durch laufende Einnahmen. 5.000 € netto pro Monat aus Dividenden. Das braucht einen anderen Ansatz.

Deshalb fahre ich heute zwei Spuren:

  • Wachstum: Nasdaq-100 ETF auf Trade Republic, 400 € pro Monat, automatisch. Kein Aufwand.
  • Cashflow: Dividendenaktien auf Comdirect — Realty Income, VICI, Brookfield, Allianz. Ziel: 5.000 € netto monatlich bis 2042.

Was ich nicht mehr mache: Einzelaktien kaufen die ich „interessant“ finde. Trading-Bots bauen. Altcoins ausprobieren. Limit-Orders setzen und stundenlang beobachten.

Der Aufwand lohnt sich nicht. Die Zahlen belegen es.


Was ich dir mitgeben will

Wenn du heute anfängst: nimm den ETF-Sparplan. Nasdaq-100 oder MSCI World. 100 € pro Monat wenn das alles ist was geht. Dauerauftrag einrichten. Nicht mehr reinschauen.

In 20 Jahren wirst du froh sein.

Wenn du wie ich bereits investierst und merkst dass der Aufwand sich nicht lohnt: sei ehrlich mit dir. Verkaufe was nicht funktioniert. Vereinfache. Automatisiere.

Die Leute die mit 65 wirklich reich sind, haben meistens nicht die spannendste Strategie gehabt. Die haben einfach konsequent gekauft — und nicht reingeschaut.

Das ist keine Niederlage. Das ist die Erkenntnis die mich weitergebracht hat.


— Eugen (Vyron)
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Ich nutze Trade Republic für meinen Nasdaq-ETF Sparplan — kostenlos, automatisch, einfach.


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